Nach dem g8-protest: zwei Lichtblicke

Es scheint nicht alles so schlecht gewesen zu sein in den Camps rund um Hooligandamm. Auch wenn sich größtenteils das bewahrheitet hat, was mensch schon vorher wissen konnte, so gibt es doch zwei kleine Lichtblicke, die auf einen Lernprozess von zumindest einem kleinen Teil hindeuten.
1. die „illegale“ Schnapstheke
Wie zu hören war (ich war ja selbst nicht vor Ort) wurde in einem Camp das Schnapsverbot ausgehebelt und es wurde Schnaps „unter der Theke“ herausgegeben. Während in einem anderen es soweit kam, dass einzelnen die Bierflasche aus der Hand gerissen wurde. So richtig es sein mag, auf Demos keinen Alkohol zu trinken und auch nicht verkatert zu sein, so richtig ist es aber auch, sich von puritanischen Noglobals nicht den spaß verderben zu lassen („Arbeiter, meide den Schnaps“, so disziplinierte schon die historische Arbeiterbewegung ihre Mitglieder zu tollen Arbeitskräften). Und nüchtern hält doch eh niemand solche Zusammenkünfte aus.
Von daher Daumen hoch für die Schnapsversorger_innen.
2. der Jammerbericht von Carsten auf Indymedia
Darin beschwert er sich, dass er im Camp Reddelich diskriminiert wurde, da es Leute gab, die seine Transparente, Plakate und seine Irak-Fahne nicht duldeten. Dass er so was wie der ideelle Gesamt-noglobal ist, darüber geben seine Parolen Auskunft. Eine Auswahl: „down down israel“, „Land doesn‘t belong to a people, but people belong to a land” “Solidarity with Resistance against Occupation from Afghanistan, to Iraq, Somalia, and Palestine” und schließlich “against all globalization” und die Frage “Is this camp dominated by Zionists and Islamophobes ??????????”. Er beschwert sich darüber, dass dieser völkische Dreck mit Parolen gegen Antisemitismus übersprüht und versucht wurde, die irakische Fahne abzuhängen. Da er seiner Schilderung nach nicht allzu viel Unterstützung für sein Anliegen bekam, ist dies tatsächlich ein Lichtblick.

Allerdings darf das auch nicht überbewertet werden angesichts der komplett irren Masse an Protestierenden, die sich größtenteils in den Parolen von carsten sehr gut wiederfinden. Mal ganz abgesehen vom „Huhn von Kamerun“ und der esoterischen Freakshow, die es vor Ort gab.
Fazit: Wenn es denn nicht so ernst wäre, könnte so ein Gipfelprotest als Super-Unterhaltungsprogramm durchgehen.


1 Antwort auf „Nach dem g8-protest: zwei Lichtblicke“


  1. 1 keta minelli 15. Juni 2007 um 13:38 Uhr

    und beide male waren für die lichtblicke genoss_innen aus dem undurchschaubaren geflecht von top-berlin und hedonistischer internationale zuständig…

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