Archiv für Mai 2008

alltag = unterschichtenfernsehen (mixed)

der penny bei mir um die ecke ist immer wieder für großartige geschichten gut, denn die zielgruppe dieses ladens besteht aus dem, was von spd-fuzzis auch mal als „unterschicht“ bezeichnet wird. heute stand ich an der kasse, hinter mir eine sehr lange schlange. unvermittelt (also wirklich aus dem nichts) fängt eine frau hinter mir eine andere frau, die ca. 7 meter weiter hinten steht, lautstark anzupöbeln. „wie gehst du mit dein kind um?“ und noch weiteres unverständliches zeug. die angesprochene (mit kind auf dem arm) schaut ziemlich verdutzt aus der wäsche und stammelt „äh was?“. daraufhin geht noch eine vollkommen unverständliche schimpfkanonade quer durch den markt und schwupps, ist alles wieder ruhig. als wäre nix gewesen. doch eine am eingang rumsitzende, leicht verwahrloste frau mittleren alters, lässt sich die chance vor großem publikum zu reüssieren nicht nehmen. sie springt auf, fängt an sich selbst zu schlagen und schreit „eine spinne, igitt, bäh“ usw. während ich den laden verlasse, ist sie immer noch dabei, ihren auftritt zu zelebrieren. vielleicht ist das eine idee für ein neues reality-format im fernsehen, einfach die kasse beim penny filmen. da kommt bestimmt noch viel großartigeres zutage.

noch besser allerdings ist die geschichte aus einem aldi in offenbach. ein bekannter von mir arbeitete dort vor längerer zeit und wollte sich was zu essen kaufen. vor ihm in der kassenschlange gerade am bezahlen zwei jugendliche hiphopper mit entsprechendem slang und eine deutsche proll-asso-familie, bestehend aus vadder, mudder und kindern. plötzlich fängt der vadder (!) an, die beiden jugendlichen mit „was guckst du so blöd“ anzumachen. es entsteht eine handfeste schlägerei und die mudder brüllt nur: „aber vadder, doch nich vor den kinnern“. was es doch für leute gibt.

zum schluss noch eine frage: neulich auf einer autobahn sind mir an mehreren brücken folgender spruch aufgefallen: „401 ich liebe dich“. was wollte der verfasser damit sagen? ist „401″ ein zahlencode, ähnlich der „18″ bei nazis? aber was bedeuted dann die „0″? oder hat ein einsames herz einen autobahn-liebes-zufallsgenerator entwickelt, bei dem es mit dem insassen des 401. autos, welches vorbeikommt in liebe fällt? und wenn das der fall ist: hat es beim ersten mal nicht geklappt, oder warum war es an mehreren brücken zu lesen? sachdienliche hinweise werden entgegengenommen.

nochmaliger hinweis

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folgende parole (I)…

…will ich nie mehr auf irgendeiner demo hören:

„hinter dem faschismus steht das kapital, der kampf um befreiung ist international“
(die war gekoppelt mit der „analyse“, dass die ideologie der nazis ja zu nichts anderem führe als zur stabilisierung des kapitalismus. aarrgghh.)

und schon gar nicht in einem seltsamen dialekt oder regiolekt.

je nach ausüben des praxisfetischs wird hieraus eine liste, die willkürlich verlängert wird.