Archiv für Juni 2008

„immer mit israel verbunden“

… so lautet die überschrift einer pressemitteilung der hessischen stiftung für friedens- und konfliktforschung (hsfk) zu einem von ihr organisierten pluralistischen podium, auf welchem der ehemalige iranische Vizeaußenminister Mohammed Dschawad Ardaschir Laridschani ungehemmt im namen eben der pluralität fröhlich gegen israel abledern konnte. nach einem bericht der financial times deutschland durfte er folgendes von sich geben: „Der zionistische Plan ist schrecklich gescheitert und hat nichts als
fürchterliche Schäden in der Region verursacht.“ und weiter verglich er die shoa mit den derzeitigen verhältnissen im gaza-streifen. jeder „unschuldige tote jude“ sei genauso bedauerlich wie jeder tote palästinenser. da die diskussionsleitung von der hsfk laut ftd nur nachfragen zum thema der zusammenkunft (raketenabwehr) zuließ, bleibt es dem verstand jeder einzelnen überlassen, ob es für herrn laridschani überhaupt unschuldige juden geben kann.
für die hsfk, ganz deutsche spezialisten für nahost-fragen, kann es hier selbstverständlich sich nicht um antisemitismus handeln.
„Mit großer Bestürzung hat die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) Medienberichte aufgenommen, in denen im Zusammenhang mit ihrer Nahost-Konferenz vom vergangenen Mittwoch von Antisemitismus die Rede ist. Wir bedauern es außerordentlich, dass Äußerungen von Mohammed Laridschani, dem früheren iranischen Vizeaußenminister, auf dieser Konferenz die Gefühle einzelner israelischer Teilnehmer verletzt haben.“
die jüdische beschreibt die stimmung auf der konferenz folgendermaßen: „Die ganze Konferenz verlief in absolut israelfeindlicher
Stimmung. Die eingeladenen Israeli hatten teilweise eher das Gefühl vorgeführt zu werden, nicht Teil des Diskurses zu sein. Beim Vortrag einer libanesischen Vertreterin wurde die Frage eines israelischen Journalisten als „Illegitim“ bezeichnet. Einziger Grund für die fehlende „Legitimität“ der Frage war offenbar die Nationalität des Fragestellers. Wieder liessen die Organisatoren der Konferenz diese demokratieferne Haltung gewähren.“
nun ist diese blindheit gegenüber antisemitismus bei der hsfk kein einmaliger ausrutscher, sondern programm. so erstellte der damals im stiftungsrat sitzende jura-prof bothe im auftrag der arabischen liga ein gutachten gegen die israelische sicherheitsbarriere, die vor antizionistischen ressentiments nur so strotzte. so schrieb damals die sinistra: „in seiner Argumentation wird das komplette Arsenal des Antizionismus in Anschlag gebracht. So geht es ihm nicht um das individuelle Leid, welches auch aus dem Zaun resultiert, vielmehr sorgt er sich um das „Selbstbestimmungsrechts des palästinensischen Volkes“. Obwohl nur 3 % des Zauns Betonverstärkungen enthalten, assoziiert er das Bauwerk mit der Berliner Mauer. Die israelische Sperranlage würde in der selben Manier die Lebensfähigkeit eines virilen Volkes verunmöglichen, weil sie dessen Terrain „zerschneide“ und „ersticke“. Mit diesem Vergleich wird Israel in die Nähe der DDR gerückt – ein Schelm wer sich an das antisemitische Ressentiment vom kommunistischen Juden erinnert fühlt. Desweiteren beklagt der Jurist eine „Bantustanisierung“ der palästinensischen Gebiete. Der Begriff entstammt dem Südafrika der Apartheid und meint die territoriale Segregation der schwarzen Bevölkerung – somit wird die alte Mär vom „rassistischen Zionismus“, die sich besonders in der UN großer Beliebtheit erfreut, aufgewärmt. In Bothes historischer Betrachtung des „Palästina-Problems“ findet der anscheinend irrelevante Holocaust konsequenterweise ebenso keine Beachtung wie der moderne Antisemitismus, der sich in massenhafter Propaganda und (Selbstmordatten-)Tat äußert. Mit seiner Haltung ist Bothe der offiziellen deutschen Außenpolitik einen Schritt voraus, er kann ungehemmt im Namen des „Völkerrechts“ für arabische Diktaturen und ähnliche Regime gegen den Staat Politik machen, der die einzige materielle Konsequenz aus dem deutschen Vernichtungswahn ist“.
kein wunder dass die hsfk in ihrer pressemitteilung es verteidigt, vernichtungsantisemiten ein podium zu geben: „Konferenzen dieser Art stellen eine Aktivität des Nicht-Regierungssektors dar, die „Second Track“ genannt wird und allgemein üblich ist: Eine unabhängige Organisation stellt ein Diskussionsforum zur Verfügung, auf dem Politiker und Experten ohne die Einschränkungen des diplomatischen Verkehrs Positionen austauschen können – durchaus auch kontrovers. Solche Veranstaltungen dienen dazu, Möglichkeiten der Verständigung zwischen verfeindeten Parteien auszuloten; auch die überwiegende Zahl der Teilnehmer dieser Konferenz hat sich dieser Aufgabe gewidmet.“
zu guter letzt wird in der pressemitteilung der leiter der hsfk, harald müller, zitiert, der seinen nationalstolz und patriotismus aus der angeblich so toll aufgearbeiteten vergangenheit ableitet. mit eike geisel kann dazu nur noch zynisch festgestellt werden, dass die toten juden die wiege des gemeinschaftsgefühls der deutschen schaukeln, und da mit toten juden ja so ein tolles deutschland zu machen ist, können die deutschen mit den lebenden auch nichts anfangen, außer dem permanten krieg gegen sie ideologisches rüstzeug und solidarität zukommen zu lassen.
die hsfk sollte sich ob dieser sachlage doch lieber in hessische stiftung zur förderung antiisraelischer kriege umbennen.

bekloppte welt!

folgende parole (II)…

… will ich auch nicht mehr hören: „wir sind hier wir sind laut weil man uns die bildung klaut“
auch die ewigen „koch muss weg“-rufe nerven.

und zu guter letzt fordere ich ein megaphon-verbot für ex-linksruck, jetzt marx21/dieLinke.sds-fuzzis und fuzzessen.

ps: jaja, bin schon wieder auf einer demo gewesen, anstatt zu lesen.
pps: grüße in die bibliothek :)

mal was zu musik

alle mögen elektro und pop oder kirmestechno. ich bevorzuge dies:

nur mal so am rande…