Archiv für November 2008

der reaktionäre mob tobt im internet

gestern gab es an der uni frankfurt eine vollversammlung der studierenden, der ich leider nicht beiwohnen konnte. nun schlagen die ereignisse zumindest virtuell hohe wellen. aber der reihe nach: nach der vv wurde kurzzeitig das house of law and finance (ein neues prestigeobjekt der uni, ein so genannter leuchtturm) besetzt, verschönert und von lästigen kameras befreit. einen bericht gibt es hier.
das hat den ansässigen wirtschafts“wissenschaftlern“ und juristen nunmal so gar nicht gefallen. in einem internetforum lassen sie ihren gedanken freien lauf (inzwischen wurde es wohl von allzu starken ausbrüchen bereinigt). dort sind dann sachen zu lesen wie:
zum ausbau des ig-farben-campus: „hoffentlich bauen die das neue AStA-Gebäude als letztes und eine Mauer drumherum.“
zum asta und den teilnehmer_innen der vv: „pseudo-alternatives pack“
oder auch (bezogen auf das open mic auf der vv): „Die AStA-Leute sind beim Studieren alle Faul, drum hauen wir ihnen morgen mal aufs M…
..ikrophon natürlich..“
selbstverständlich hoffen die autoritären charaktere auf härtere gesetze, und zwar so: „Manchmal wünsche ich mir bestimmte Gesetze aus düsteren Zeiten zurück…“
dem asta wird „die daseinsberechtigung“ abgesprochen usw.usf.
dass die armen bwler, die da schreiben, anscheinend gar nicht wissen wovon sie reden, lässt ihre wortwahl erahnen; so heißt es oft „das asta“ oder „die asta“. nunja, deutsch sein und deutsch können sind halt zwei verschiedene paar schuh´. in diesem forum kann also wunderbar gesehen werden, wie der autoritäre charakter funktioniert. ich bin mal gespannt ob sie ihre idee einer „anti-asta-demo“ umsetzen oder die nächste vv tatsächlich „mit eiern und tomaten“ angreifen.
allein aus diesen reaktionen ist herauszulesen, dass es eine gelungene aktion war, denn die normalität der reaktion wurde kurz durchbrochen. ich bin auf jeden fall gespannt, was da noch kommt. dass die weiße wand ausdruck ihrer hörigkeit der obrigkeit gegenüber ist, haben einige studis laut frankurter rundschau schon gestern nach der besetzung bewiesen: „Am frühen Mittwochabend herrscht im House of Finance noch reger Betrieb. Studierende, nicht nur Wirtschaftswissenschaftler, kratzen Aufkleber von den Wänden, die die Demonstranten dort nachmittags angebracht hatten.“

die dümmsten transpis

in anlehnung an leas rubrik germanys next top-transpi hier nun das gegenstück: die dümmsten transpis, die gefunden werden. den anfang macht folgendes meisterstück der gentrification-kritik, gefunden in berlin in der köpi:

dummes transpi

doch noch ein nachtrag zur nachttanzdemo

geklaut von indymedia:

»Cityrave« als Reaktion auf die Nachttanzdemo

Reaktion auf die Polizeigewalt während der Frankfurter Nachttanzdemo ++ Reclaim the City ++ »Cityrave« quer durch die Frankfurter Innenstadt und den Untergrund ++ Polizei plan- und hilflos

Gestern Abend gegen 21 Uhr versammelten sich ca. 100 Personen am Uhrtürmchen auf der Bergerstraße im Frankfurter Stadtteil Bornheim. Aus den mitgebrachten mobilen Soundsystemen schallte elektronische Musik und die Gruppe setzte sich ausgelassen feiern über die Bergerstraße in Richtung Innenstadt in Bewegung. Bis zur U-Bahn-Station Merianplatz war die Gruppe auf etwa 150 Personen angewachsen und bewegte sich hier zum ersten Mal in den Untergrund. Ein Waggon der U-Bahn-Linie 4 wurde kurzzeitig zum Dancefloor erklärt und der »Cityrave« bewegte sich zum Römerberg. Hier gelang es einer Gruppe von ca. 15 Personen in an den Pförtnern vorbei in den Römer, in dem sonst die Frankfurter Stadtverordneten tagen, einzudringen. Allerdings zogen es die anderen Teilnehmer_innen vor weiter Richtung Main zu ziehen. Also ging es nach einigen Verschönerungen im und am Römer gegen 22 Uhr über den Eisernen Steg nach Sachsenhausen. Erst dort wurde die Polizei auf den »Cityrave« aufmerksam und es tauchten die ersten Streifenwagen auf. Die mittlerweise knapp 200 Feiernden ließen sich dadurch jedoch nicht beirren und zogen durch die Gutzkowstraße, in der die Polizei die Nachttanzdemo in der Nacht zum 3. Oktober brutal zusammengeknüppelt hatte, weiter Richtung Schweizer Platz. Hier verschwand die Demonstration zur Verwunderung der Cops plötzlich wieder im Untergrund um auf der anderen Mainseite wieder am Willy-Brandt-Platz aufzutauchen, von dem es durch die Münchner Straße zum Hauptbahnhof ging. Da dieser leider schon von der Polizei dicht gemacht worden war zog die Demo über die Kaiserstraße zurück in die City. An der Hauptwache bewegten sich die Leute um kurz nach elf abermals in die U-Bahn und mit dieser zur Haltestelle Eschenheimer Tor. Hier war in der B-Ebene bereits eine Anlage aufgebaut und die Station wurde für diese Nacht zum Club und der »Cityrave« feierte dort noch ausgelassen bis 4 Uhr früh. Die anwesend Zivi-Cops wurde des Platzes verwiesen und und verzogen sich freiwillig an die frische Luft. Die Uniformierten die mit einigen Streifenwagen und Six-Packs am Eschenheimer Turm standen kamen garnicht erst in die B-Ebene und so konnte die gesamte Aktion weitestgehend ohne Intervention von Seiten der Polizei stattfinden.

Während der gesamten Aktion wurden in der City Plakate mit der Aufschrift »Fuck the Police« und mit dem Konterfei des Ordnungsdezernenten Volker Stein, der für die unzumutbaren Auflagen für die diesjährigen Nachttanzdemo zuständig war, geklebt. Die Reaktionen von Passant_innen waren durchweg positiv und einige vor allem jüngere Leute schlossen sich spontan dem »Cityrave« an.

Fazit:
Die gesamte Aktion ist als voller Erfolg zu werten und als eindeutige Reaktion auf die Nachttanzdemo zu sehen, die von Stadt und Polizei mit massiver Gewalt aufgelöst worden war. Die Frankfurter Innenstadt wurde mit einer unüberhör- und unübersehbaren Aktion wenigsten für eine Nacht zurückerobert und sichtbare Spuren im Stadtbild hinterlassen. Die Teilnehmer_innen zeigten deutlich, dass sie sich von der repressiven Politik, die in Frankfurt nicht erst seit der Nachttanzdemo an der Tagesordnung ist, nicht einschüchtern lassen. Die Organisator_innen des »Cityraves« zogen aus der Nachttanzdemo die richtige Konsequenz und schlossen sich dem Resümee des Nachttanzdemo-Bündnisses an, Demonstrationen einfach nicht mehr anzumelden. Die Polizei stand dieser für sie spontan wirkenden Aktion nahezu handlungsunfähig gegenüber. Die Stadt und ihren Verantwortlichen mussten merken, dass man nicht einfach friedlich Feiernde brutal verprügeln kann, ohne dafür eine Quittung zu bekommen. So reit sich diese Aktion ein in den Angriff auf den Ball der Polizei am 4. Oktober und andere Aktionen als Folge der Nachttanzdemo. So kann man gespannt sein, was in Frankfurt als passiert und es bleibt nur noch, zum Nachmachen aufzufordern.

und was soll ich sagen, es war wirklich ganz lustig.

thesen über irgendwas (I)

das a-team ist kulturindustrielle propaganda für die verteidigung des freien marktes gegen die herrschaft der rackets. allerdings ist das a-team selbst ein racket.