Anmerkung zur Form von „Debatten“

in manchen debatten wirkt ein gelinde gesagt merkwürdiges kritikverständnis. auseinandersetzungen werden zu schlachtfeldern des beleidigens und charakterisierens des gegenübers. dazu gar nicht so viele worte, stattdessen ein zitat von ulrich sonnemann, dass nicht nur die protagonisten der oben genannten debatte mal durchdenken sollten:

„mit der radikalen zerstörung der perennischen eigentümlichkeit deutscher debatten, gesagtes abfällig zu charakterisieren anstatt zu beantworten, begänne auf das unauffälligste, daher wirksamste, revolution.“


11 Antworten auf „Anmerkung zur Form von „Debatten““


  1. 1 Anti-Diskursethik 13. Dezember 2008 um 15:52 Uhr

    „schlachtfeldern des beleidigens“ – die ärmsten!

    hier übrigens die vorangegangene diskussion [klar, daß die verschwiegen werden muß], in der sich das ganze abgezeichnet hat, was auf dem neocommunistinnen-blog noch folgen sollte:

    http://vorstellungsrepraesentanzen.blogsport.de/2008/10/24/zum-antiqueeren-flugblatt-der-neocommunistinnen/

  2. 2 neo 14. Dezember 2008 um 13:16 Uhr

    Entferne lieber diesen Beitrag, den die Debatte auf dem Blog ist gelöscht, da sie sich auf einen, im Net nicht mehr vorhandenen Text bezog.

    Gaaaanz freundlich:
    Deinen linkspfäffischen Beitrag, gefällt mir nicht so gut.
    Nachdem du die Inhalte ausgeblendet hast, bleibt nur der Ruf zur Ordnung…
    Das Einfordern der gewünschten Harmonie…
    Das Ganze „sei doch nicht so agressiv… benimm dich… du kannst doch die Leute nicht so beleidigen…“-Gejammere.
    Nichts anderes als beschissenes Spissbürgergewäsch, das darauf ausgelegt ist wenigstens innerhalb der Szene, die rosa Soße des Diskursfriedens über die beschissenen Verhältnisse giessen zu können!
    Ein Move der zwar verständlich, aber doch so tief aus den Verhältnissen kommt, das er in Gänze abzulehnen ist. Die Verhältnisse und die ProtagonistInnen die sie affirmieren, sind zum Kotzen und das will ich auch sagen können. Keine Mördergrube aus meinem Herzen-ich perpetuire doch nicht zwanghaft die infantile Triebsublimierung bis ins Erwachsenenalter! Das überlasse ich gerne den bürgerlich-akademistischen Seelenkrüppeln, der linken Szene. Unter der Anwendung von Moralsenf, lass ich mich hier nicht an die Leine legen. Die herrschenden Verhältnisse vedienen Krieg und solange der physisch nicht zu gewährleisten ist, ist wahre Kritik nur im „Handgemenge“ zu gestalten!
    Wenn du keinen Konflikt ertragen kannst, dann halt dich raus. Vorallem belästige nicht diejenigen mit deiner weinerlich, harmoniesüchtigen Gartenzwergerei, a la Frieden im Vorgarten, die einen saftigen inhaltlichen Disput aushalten können und wollen!

    Das mal so nebenbei, Sonntags um 13 Uhr.
    Bitte, bitte fühl dich nicht alzu beleidigt, is nur meine unmaßgebliche Meinung.

  3. 3 overdose 14. Dezember 2008 um 14:02 Uhr

    nun ja, da zeigt sich mal wieder wie wenig das gesagte verstanden wird. als ob es darum ginge konflikte zu vermeiden oder gar „linkspfäffig“ „harmonie“ erzeugen zu wollen. es geht auch nicht um eine „diskursethik“. es geht um kritik. und die hat nichts damit zu tun, andere oder gesagtes abfällig zu charakterisieren, sondern eben zu kritisieren und damit zu beantworten. außerdem habe ich keinen inhaltlichen disput erkennen können, da die form jeglichen inhalt absorbierte und selbst inhalt wurde. insofern habe nicht ich die inhalte ausgeblendet. die gegner in einer auseinandersetzung so ernst zu nehmen, dass ihre argumente widerlegt werden, das wäre kritik, nicht die wahllose beschimpfung. aber das wäre ja anscheinend „weinerlich, harmoniesüchtige gartenzwergerei“.
    ps: den link habe ich gelöscht, der beitrag bleibt.

  4. 4 neo 14. Dezember 2008 um 14:55 Uhr

    Mag sein das die Diskussion, zu ihrem Ende hin, in gegenseitige Zuschreibungen und Beleidigungen abgeglitten ist. Dem Ganzen ging aber eine inhaltlicher Disput vorraus, der auch in 200 Kommentaren auf den verschiedenen Blogs augetragen worden ist. Wenn du behauptest Zuschreibungen und Beleidigungen hätten jeglichen inhaltlichen Austausch von Anfang an verunmöglicht, dann verbreitest du an diesem Punkt eine handelsübliche Lüge! Erinner dich an die Streiterei auf dem neo Blog oder ließ den Vorstellungsrepräsentanzen Blog. Ich lass mir hier nicht vorwerfen ich wäre nicht zu inhaltlichem Austausch und Disput fähig. Schon garnicht von jemandem der sich weigert auf inhaltliches einzugehen und so seinen „Ordnungsruf“ von vornherein zur überflüssigen Hausmeisterei degradiert!
    Hättest ja einen inhaltlichen Beitrag in der Disku schreiben können und dem einen Verweis aus zivilsierteren Umgang anhängen können, das wäre akzeptabel gewesen. Aber solange du nicht einmal in der Lage bist diese Geistesanstrengung zu gewährleisten, nehme ich mir herraus zu sagen: „Fresse halten“,den auf besserwisserische, mit zusammengeklaubten Zitaten aufgepimpte Verweise, a la: „ich bin mir zu fein mit diesem Gossenpöbel zu reden, die wissen nicht einmal wie mensch ein richtiges Gespräch führt“ kann ich verzichten!

  5. 5 overdose 14. Dezember 2008 um 15:59 Uhr

    „Ordnungsruf“??? wenn du das so siehst, von mir aus, darum ging es mir zwar nicht, denn warum sollte ich zur ordnung rufen? ist reflexion = ordnung? es sollte auch kein aufruf, vielmehr eine anregung sein. auch dass ich „zu fein“ wäre, „mit dem gossenpöbel“ zu reden – woher hast du das? das entstammt sicherlich nicht dem, was ich schrieb und zitierte. die angeführte debatte war außerdem nur ein beispiel, es geht doch eher um eine allgemeine Tendenz! vielleicht hätte ich es eher abstrakt lassen sollen, sicherlich hätte ich es mehr ausführen können, aber dazu fehlt mir halt die zeit. mir geht es gerade nicht darum, irgendwen mit irgendwas zu identifizieren, sondern identifizierungen in frage zu stellen.
    „fresse halten“? – nö.

  6. 6 neo 14. Dezember 2008 um 16:24 Uhr

    „…gelinde gesagt merkwürdiges kritikverständnis…“
    stattdessen ein zitat von ulrich sonnemann, dass nicht nur die „…protagonisten der oben genannten debatte mal durchdenken sollten…“

    Das nenne ich Ordnungsruf in Reinform!

  7. 7 overdose 14. Dezember 2008 um 17:02 Uhr

    „sollten“ = konjunktiv II, dies in einem irrealen Satz, der einen wunsch ausdrückt, ohne eine folge zu benennen. konjunktiv I („sollen“) könnte einen imperativ ausdrücken, deshalb wurde er hier nicht verwendet.
    satz, der einen wunsch ausdrückt ohne eine folge zu benennen = „ordnungsruf in reinform“???
    soviel von mir, bin jetzt erstmal ein wenig offline.

  8. 8 w 15. Dezember 2008 um 0:05 Uhr

    was hat es bitte mit kritik zu tun, anderen das „verrecken in stalingrad“ zu wünschen oder dass ihnen „ins maul geschissen wird“? solche analophoben fantasien und todestriebgesteuerten wünsche wollen doch nur einen feind mit aller macht aus dem weg kegeln, anstatt sich mit seinen einwänden auseinanderzusetzen.

    was für großartiges mackerkino geschoben wird, kann man auch mühelos am denunziatorischen, offenkundig fehlgehenden vokabular abgelesen, mit dem das gegenüber belegt wird: „weinerlich“, „harmoniesüchtig“, „unfähig zu konflikten“ – keine echten männern, sondern weicheier halt.

    und jetzt bitte nicht wieder die einopferung à la „wir sind der verstoßene proletarische pöbel“ bringen.

  9. 9 ANALysis 15. Dezember 2008 um 4:30 Uhr

    @waiting: genau genommen ist geschrieben worden, daß – ich zitiere – judith butler einem der diskutanten doch seinen „affirmativen mist zurück in die gammelfresse kacken soll“. das wörterbuch verrät darüberhinaus, daß „fresse“ auch als [derbes] synonym für „gesicht“ fungieren kann. was freud wohl zu solchen analophilen fehlinterpretationen sagen würde ….

  10. 10 neo 15. Dezember 2008 um 11:01 Uhr

    Jaa immer diese Schimpfworte… gemein, gemein!

    Ihr zitiert 3 Kommentare von circa 200.

    Ich wehre mich lediglich gegen den Vorwurf, die Disku währe von Anfang an durch derlei Fäkalsprache verunmöglicht gewesen.
    Sind auch übrigens keine Zitate von mir, so what?
    Am Rande zu stehen, zuzuschauen wie die Kinderchen sich balgen, um später zur Standpauke anzuheben und zu sagen: „Ihr könnt nicht einmal diskutieren, benehmt euch mal“, finde ich mindestens governantenhaft und schnöselig!

    Pathologisierungen und Ferndiagnosen, dh. Zuschreibungen (ANALysis) lehne ich immer ab und habe ich in der Disku auch geschrieben.

    Hausmeisterei und Weinköniginnentum!

  11. 11 neo 15. Dezember 2008 um 11:06 Uhr

    gouvernantenhaft

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