kurzer bericht vom spektakel

gestern also spielte die bandbreite, eingeladen von den pathischen projektoren der arbeiterfotografie, im frankfurter club voltaire. der einladung zur veranstaltung folgten wohl so ca. 80 leute, größtenteils das typische hip-hop-publikum, also ältere menschen. böse könnte man sagen, es handelte sich um einen ausflug des altersheims raf-sympathisantensumpf. aber damit würde dem raf-sympathisantensumpf unrecht getan, so debil wie sich einige dort aufführten. zur friedlichen blockade sammelte sich die „linke sa“ (elsässer) mit [edit.]1 ca. 100 teilnehmer_innen. da die blockade friedlich sein sollte, wurde darauf verzichtet, die leute körperlich davon abzuhalten, in den club voltaire zu gelangen. so konnten sich also auch die freund_innen ahmadinejads fröhlich mitteilen. einer lief herum und rief die ganze zeit „ihr seid die laufburschen der imperialen rechten“ sowie „zionismus ist faschismus“, während elias davidsson sich 10 minuten darüber auslies, dass er nicht sprechen dürfe, ein schöner performativer selbstwiderspruch. er betitelte die kritiker_innen als „faschisten“, und, ich glaube auch er war das, bin mir allerdings nicht mehr ganz sicher, sagte sinngemäß, die kritiker_innen würden wie die nazis gegen die kunst vorgehen.
auch wojna ließ sich blicken und stimmte in den chor ein: „kunst darf alles“. jawoll! auf die bestimmt vorgetragene kritik, er paktiere nachweislich mit rechten, und sei ein homphober sexist, zeigte er sein t-shirt mit dem aufdruck „kein sex mit nazis“ (so auch ein songtitel der bandbreite) und rief so was wie „seht ihr das, was soll ich denn noch machen, damit ihr merkt, dass ich kein nazi bin?“ nun denn, wie wäre es damit, sich zu verkriechen? auf jeden fall bin ich zu dem schluss gekommen, dass, gäbe es einen duden, der worte mit bildern illustriert, neben dem wort „dummheit“ ein bild wojnas prangen müsste – siehe auch „wahn“.
als der ehemalige vorsitzende des club voltaires eine rede hielt, sammelten sich arbeiterfotograf_innen hinter ihm, und hielten lustige schilder mit dem aufdruck „hexenjagd gegen aufklärung“ und „handlanger des imperialismus gegen aufklärung“ hoch. leider fand sich nicht genug holz und reisig für die scheiterhaufen, so dass die arbeiterfotograf_innen sich weiterhin selbst lächerlich machen durften.
als dann das konzert begann, und einige genoss_innen versuchten reinzugehen, um nochmals die kritik vorzubringen, wurden sie unsanft von den türstehern und besucher_innen daran gehindert. daraufhin wurde die blockade entnervt beendet, dass sich endlich den alkoholischen getränken gewidmet werden konnte, schließlich muss die ganze kohle vom mossad ja auch wieder ausgegeben werden.
fazit: nerviger abend, durchgeknallte antisemiten und durchaus kreative beschimpfungen. jetzt bleibt abzuwarten, wie sich die diskussion weiterentwickelt. vor allem bin ich gespannt, ob sich die ganzen fotos, welche die arbeiterfotograf_innen permanent machten, demnächst irgendwo finden lassen, ob sie tatsächlich so weit gehen und der anti-antifa die arbeit abnehmen.

update: auf indymedia gibt es einen weiteren bericht.

  1. nach den berichten auf antifa-frankfurt.org und indymedia waren es wohl 100. damit korrigiere ich meine erste schätzung. [zurück]

7 Antworten auf „kurzer bericht vom spektakel“


  1. 1 Karl 11. Oktober 2009 um 13:16 Uhr

    150 Leute? Wer nicht mal zählen kann, warum sollte man dem irgendwas an seiner Darstellung abnehmen? Du bist ein verwirrter Realitätsverweigerer, der aus Mangel an Argumenten lügen muss.
    Armes deutsches Würstchen du bist!!

  2. 2 Che 11. Oktober 2009 um 13:41 Uhr

    Ein Bericht ist ein Text, der einen Sachverhalt oder eine Handlung objektiv schildert, ohne Wertungen des Autors zu enthalten….
    hauptsache, deine sache is toll! is klar ;)

  3. 3 overdose 11. Oktober 2009 um 13:45 Uhr

    dann korrigiere meine darstellung, du weißt es ja anscheinend alles besser. vielleicht ist die zahl etwas hoch gegriffen, denn ich habe tatsächlich nicht gezählt, sondern eine schätzung vorgenommen. auf antifa-frankfurt.org ist von 100 leuten die rede. vielleicht waren es dann auch 100. so, was ändert sich dadurch an den aussagen, die oben beschrieben sind? richtig, nichts.

  4. 4 lol 11. Oktober 2009 um 16:14 Uhr

    @karl: besteht die realitätsverweigerung dann darin, dass es „nur“ 100 kritiker_innen waren, dass also im umkehrschluss die antisemitische zusammenrottung zwar nicht 50 personen zuwachs bekommen hat, aber doch prozentual die machtverhältnisse um den club voltair zu 1/4 vorteilhafter für die antisemiten zu bewerten sind? was folgt dann daraus? dass es voran geht, oder? ist aber ein trugschluß. denn nur weil diese veranstaltung nicht von 150 sondern von 100 personen performativ kritisiert wurde, heisst dass ja nicht dass einfach so 50 personen übergelaufen wären. die waren ja nämlich stattdessen einfach nicht da, also quasi wenn überhaupt dann unsichtbare freunde, und zwar freunde deiner wenigkeit. looooooool

  5. 5 kassandra 12. Oktober 2009 um 1:25 Uhr

    in der kriminalistik fragt sich der
    kommissar: cui bonum? (wem nützt es?).

    man könnt ja schon auf die idee verfallen,
    dass es interessen gäbe, die sich verletzbar
    wähnten, wenn die linke es am end hin bekäme,
    in deutschland was zu werden. und danach
    siehts ja ein bisschen aus derzeit.

    angenommen also, man gehörte zu denen, denen
    ein grundsätzlicher wandel hierzulande
    garnicht in den kram passen würde …. dann
    könnte man der unpassenderweise erstarkenden
    linken doch bequem beikommen, indem man eine
    ihr offenbar innewohnende schwäche nutzt:
    sich speziell dann, wenns drauf ankommt in
    die haare zu kriegen. das hat sehr schön
    funktioniiert um 1933 und danach. dann wieder
    „68″ …also warum nicht wieder
    jetzt?

    let’s face it: wir fordern das heraus.
    ansatzpunkte gibts halt – die linke ist ein
    heterogenes gebilde. das zeichnet uns aus und
    das macht uns zugleich anfällig.

    ja, ich weiß, it’s just another
    verschwörungstheorie. ich will auch nichts
    anderes, als das wir die augen offen halten.
    niemand diffamieren. nur warnen

  6. 6 lol 12. Oktober 2009 um 12:31 Uhr

    loooooooooooooool

  1. 1 Die volle Bandbreite: Antiamerikanismus, Antisemitismus, Homophobie und die Relativierung des Nationalsozialismus « meta . ©® . com Pingback am 11. Oktober 2009 um 14:23 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.